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    Étape 15 - Sonntag 18. Januar 2009 | Buenos Aires

    Film zur Etappe

    Gefeierte Helden

    © A.S.O. / Amaury Sport Organisation
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    Die 31. Ausgabe der Dakar, die erste, die auf sĂŒdamerikanischem Gebiet ausgetragen wurde, endete mit Siegen von Marc Coma bei den MotorrĂ€dern, Josef Machacek bei den Quads, Giniel De Villiers bei den Autos und Firdaus Kabirow bei den Lastwagen. Insgesamt haben 113 Biker, 13 Quadfahrer, 91 Teams in Autos und 54 in Lastwagen das Rennen beendet, das insbesondere durch den ĂŒberwĂ€ltigenden Erfolg bei der Bevölkerung in Argentinien und Chile geprĂ€gt war.

    MOTORRAD-RENNEN: COMA, SCHWERGEWICHT UNTER DEN ZWEIRÄDERN

    Bei den ZweirĂ€dern hat Marc Coma DIE Leistung vollbracht, das Rennen von Anfang bis Ende anzufĂŒhren. Eine Großtat, die seit 1997 (Dakar-Dakar) nicht mehr erzielt wurde, als ein gewisser StĂ©phane Peterhansel ab dem Start in Richtung von Tambacounda das Kommando ĂŒbernommen hatte. Auf dem Weg in die argentinische Pampa hat der Spanier gleich zu Beginn zu einem großen Schlag ausgeholt. Eine echte Ohrfeige fĂŒr alle Widersacher, die ihren Reifen zum Opfer gefallen sind: 41’ auf einen angewiderten Despres, 1h01’ auf einen in TrĂ€nen aufgelösten David Casteu. Lediglich FrĂ©tignĂ© konnte den Schaden begrenzen mit „nur“ 28’ RĂŒckstand.

    Zwei Wochen und einige weitere mit dem Hinterrad verbundene Sorgen unter seinen Verfolgern spĂ€ter hat der stĂ€mmige Katalane seine zweite Dakar gewonnen, nachdem er sich nur noch darauf beschrĂ€nkt hatte, seine Rivalen nicht davonziehen zu lassen. Zum Abchluss eines meisterlich und klug gefĂŒhrten Rennens gewann Coma letztlich mit 1h25’ Vorsprung auf Despres und 1h38’ auf FrĂ©tignĂ©. Drei Jahre nach seinem ersten Gesamtsieg bei der Dakar hat der Fahrer vom Team KTM-Repsol Spanien nun einen dritten Sieg bei dieser Rallye beschert.

    OhnmĂ€chtig angesichts des Vorsprungs des FĂŒhrenden konnte Cyril Despres dennoch 4 Siege bei SonderprĂŒfungen verbuchen (gegenĂŒber 3 fĂŒr Coma) und seinen ZĂ€hler somit auf 20 Erfolge erhöhen. Der Dritte bei der Dakar, David FrĂ©tignĂ© auf seiner „kleinen“ Yamaha, erzielte seine beste Leistung bei diesem Wettbewerb und heimste dabei auch den Sieg in der Kategorie 450cc und darunter ein. Auf der Siegerliste dieser 31. Ausgabe der Dakar sind zudem die NiederlĂ€nderin Mirjam Pol zu finden, die als 53. der Gesamtwertung beste Frau wurde, sowie ihr Landsmann Rob Van Pelt, der als 33. die Klassierung der „Malles Motos“ gewann, d.h. der Motorradfahrer ohne UnterstĂŒtzung.

    Bei den Quads hat sich Josef Machacek als tapferster der 13 Fahrer im Ziel (von 25 am Start) erwiesen. Der demnĂ€chst 52 Jahre alte Tscheche hat einmal mehr eine unverschĂ€mte RegelmĂ€ĂŸigkeit an den Tag gelegt, mit 4 Siegen bei SonderprĂŒfungen und 10 PlĂ€tzen unter den Top 3. Der Yamaha-Fahrer sicherte sich einen 5. Sieg bei der Dakar. Er lag 2h35’ vor dem Lokalmatador Marco Patronelli. Die weitere ‘Performance’ bei den Quads ist Elisabeth Kraft gelungen, die als erste Frau im Ziel der Rally auf einem dieser merkwĂŒrdigen GerĂ€te in die Geschichte der Dakar eingeht.

    AUTO-RENNEN : DIE SCHULE DER GEDULD

    Wenn es Bereiche gibt, in denen der Zufall nur einen Platz am Rande einnimmt, dann gehören die Endurance- und Motorsportkategorien dazu. Der Erfolg von Volkswagen lehrt jene, die dies bislang nicht wussten, dass Siege von langer Hand vorbereitet werden, insbesondere bei der Dakar. Die Investition des deutschen Herstellers, der sich das Ziel gesteckt hatte, das erste Diesel-Fahrzeug bei der anspruchsvollsten Rallye Raid der Welt zum Erfolg zu fĂŒhren, hatte 2003 begonnen. Nach erster UnschlĂŒssigkeit, Fortschritten, BestĂ€tigungen und SchicksalsschlĂ€gen hat der Race Touareg 2009 sein Ziel erreicht, und das in wahrer Meisterschaft vom Anfang bis zum Ende des Rennens.

    Der Paukenschlag von der 12. Etappe, mit dem entscheidenden Unfall von Carlos Sainz, hat VW am Grand Chelem gehindert, doch die drei im Rennen gebliebenen Autos haben das Rennen unter den ersten sechs PlĂ€tzen beendet, mit Giniel De Villiers und Mark Miller ganz oben in der Hierarchie. Mit 10 von 13 möglichen Siegen bei SonderprĂŒfungen haben die MĂ€nner von Kris Nissen der Konkurrenz nicht viel ĂŒbriggelassen. Dies mag als brutales Vorgehen anmuten, entspricht jedoch nur dem Bestreben, sich vor unangenehmen Überraschungen zu schĂŒtzen. In dieser Hinsicht entspricht das Profil des neuen Siegers der Rallye genau den Anforderungen des Rennens. Bei seinen fĂŒnf vorangehenden Teilnahmen hat der sĂŒdafrikanische Fahrer einen Eindruck von RegelmĂ€ĂŸigkeit und konstantem Fortschritt vermittelt: sein Sieg ist auch einer der Geduld.

    Und eben diese Geduld muss Team Mitsubishi erneut erlernen. Nach einer ununterbrochenen Serie von 7 Siegen seit 2001, einer Siegesliste mit insgesamt 12 Titeln, hat diesmal nur eines von vier gestarteten Autos aus dem japanischen Rennstall das Ziel erreicht, und das als Vierter in der Gesamtwertung. Seit ihren AnfĂ€ngen bei der Dakar im Jahre 1984 hatten die Mitsu-Fahrer nur zwei Mal auf dem abschließenden Zielpodium gefehlt, und zwar 1990 und 1994. In diesem Jahr haben nacheinander Hiroshi Masuoka, Luc Alphand und StĂ©phane Peterhansel das Rennen frĂŒhzeitig verlassen. Der letzte tapfere Soldat der Diamanten-Marke, Joan « Nani » Roma, hat sein Bestes gegeben, um seinen Platz unter den Top 3 zu wahren, ist bei der Etappe von La Rioja gedoch eingebrochen. Sein Aufbegehren gegen diesen RĂŒckschlag am nĂ€chsten Tag, als er die Bestzeit bei der SonderprĂŒfung von Cordoba erzielte, ist fĂŒr das Team nur ein schwacher Trost: um den Wechsel zum Diesel-Motor erfolgreich zu gestalten, haben die Ingenieure und Techniker noch eine lange Arbeitsstrecke vor sich.

    Von sukzessiven AusfĂ€llen betroffen war auch Team X-Raid, mit dem Ausschluss des Katari Nasser Al-Attiyah, wĂ€hrend er die FĂŒhrung in der Gesamtwertung innehatte. Das Leistungsniveau des BMW X3 hatte es ihm ermöglicht, zwei SonderprĂŒfungen zu gewinnen, die fehlende ZuverlĂ€ssigkeit zwang ihn jedoch, einen DĂŒnenstreifen zu umfahren. Durch diesen Umweg wurde er letztlich ausgeschlossen. Der Argentinier Orlando Terranova, der sich nachhaltig in der Elite zu etablieren begann, schied seinerseits durch einen groben Fahrfehler aus.

    In der T2-Kategorie hat Nicolas Gibon Toyota einen weiteren Sieg beschert und dabei vor allem den 14. Platz in der Gesamtwertung errungen, wĂ€hrend die besten Fahrzeuge der „Production“-Kategorie sich normalerweise eher um den vierzigsten Platz herum einreihen. Sein erster Verfolger, Xavier Foj, hat sich ebenfalls als wettbewerbsfĂ€higer T2-Teilnehmer erwiesen: er beendet die Rallye auf dem 16. Platz.

    Und schließlich ist es dem einzigen rein weiblichen Team am Start in Buenos Aires – mit Florence Migraine Bourgnon am Steuer und ClĂ©mence Joyeux am Road-book – gelungen, die Schleife zu beenden, an 86. Position. Und der Letzte in der Gesamtwertung (91.) bietet in diesem Jahr die Besonderheit, auch der Sieger seiner Kategorie zu sein : Jose Manuel Salinero hat die gesamte Strecke alleine in seinem Auto absolviert.

    LASTWAGEN-RENNEN : KAMAZ NIMMT SICH, WAS IHM GEHÖRT

    Von der ersten bis zur letzten Etappe hat das Lastwagen-Rennen besondere Spannung geboten sowie eine Reihe von Wendungen, die man so selten gesehen hat. Schon vom ersten Tag an haben sich die niederlĂ€ndischen Teilnehmer gezeigt. Van Vliet gewann die Etappe und fĂŒhrte als Erster die Gesamtwertung vor De Rooy an, wĂ€hrend Chagin als 7. ins Ziel gelangte. Der Paukenschlag bei dieser Eröffnung kam jedoch von Hans Stacey. Eine Reifenpanne gleich zu Beginn bescherte dem TiteltrĂ€ger 39 Minuten RĂŒckstand auf die Spitze und war nur der Anfang weiterer RĂŒckschlĂ€ge. Der FĂŒhrungsmann vom Team MAN ging bei der 8. Etappe nicht mehr an den Start. Der junge De Rooy nutzte die Gelegenheit, um sich zu Beginn dieser Dakar zu zeigen. Als fĂŒhrender Fahrer ab dem zweiten Tag sollte er dies noch vier Tage bleiben und dabei drei SonderprĂŒfungen gewinnen. Doch zur HĂ€lfte des Rennens sollte die niederlĂ€ndische PrĂ€gung verblassen, um den russischen Truckern das Feld zu rĂ€umen. Kabirow setzt sich nach der sechsten Etappe an die Spitze der GesamtfĂŒhrung und lieferte sich danach ein lebhaftes Verfolgungsrennen mit dem anderen multiplen Sieger von Kamaz. Nacheinander erkĂ€mpften sich Chagin oder Kabirow die Siegerehren bei den Etappen oder in der Gesamtwertung und lieferten sich einen spektakulĂ€ren und gnadenlosen Kampf um den Gesamtsieg. Entschieden wurde das Rennen bei der letzten SonderprĂŒfung, bei der Firdaus Kabirow sich mit 30“ Vorsprung auf Chagin durchsetzte und dadurch seine zweite Dakar gewann, letztlich mit 3’39“ Vorsprung auf Chagin. Nur Gerard De Rooy bot noch die Illusion, an diesem Kampf beteiligt zu sein, indem er sich auf den dritten Podiumsplatz vorkĂ€mpfte, knapp vor Mardeew. Alle 3 Lastwagen im Ziel und unter den 4 Ersten in der Gesamtwertung: an den Kamaz fĂŒhrte in diesem Jahr kein Weg vorbei.