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    Étape 15 - Sonntag 18. Januar 2009 | Buenos Aires

    Interviews

    Marc Coma (Esp – KTM – Sieger) - 002

    „Diese Dakar war sehr hart. Eine der Schwierigkeiten bestand für mich darin, dass ich vom ersten Tag an mit mehr als 30’ Vorsprung geführt habe. In der Situation ist man für alle anderen die Bezugsgröße. Und dein einziges Risiko besteht darin, zurückzufallen, zu verlieren. Zwei Wochen so zu fahren fordert dich ganz, weil du keine andere Wahl hast. Das Rennen selbst war körperlich anspruchsvoll, was bei der Dakar normal ist. Mir hat aber besonders gefallen, dass die Strecke so abwechslungsreich war. In Afrika weißt du, was auf dich zukommt. In Marokko hast du Steine, in Mauretanien Sand und am Ende Lateritböden. Hier hatten wir wirklich alles, sogar Schlamm. Trotz meiner Führung in der Gesamtwertung habe ich niemals gezweifelt, aber ich bin das ganze Rennen mit Anspannung gefahren. Es ist gut, dass unser Team so stark ist. Wir haben eine Supertruppe. Jordi (Viladoms) und Gerard (Farres Guell) kommen aus der gleichen Ecke, wir kennen uns seit 15 Jahren und trainieren zusammen. Das ist ungeheuer wichtig.“


    Cyril Despres (Fra – KTM – 2.) - 001

    „Die Tatsache, doch noch das Maximum geben zu können, hat mich letztlich erleichtert. Bei diesem Rennen können technische Probleme jederzeit auftreten, zumindest aber muss ich nicht sagen: ‚na ja, bei der oder der Spezialetappe hättest du das und das tun sollen, usw.’. Was mich außerdem an dem interessiert, was ich erlebt habe, mit einem guten zweiten Teil der Rallye, ist, dass ich den Beweis dafür habe, dass die gesamte zuvor geleistete Arbeit zu einem guten Ende geführt wurde. Für mich ist dieser Teil besonders wichtig. Die Arme hängen zu lassen, ist nicht meine Art. Ich denke, dass meine Gegner das nach all der Zeit wissen müssen. 2006 habe ich mich in der gesamten Rallye mit einem Schulterproblem dahingeschleppt. 2007 war es ein Getriebeschaden, der mich in der Gesamtwertung zunächst weit zurückgeworfen hat. Und dieses Jahr, wenn ich durchgeknallt wäre, hätte ich gleich nach dem ersten Renntag die Heimreise antreten können. Statt dessen wollte ich mir selbst beweisen, dass ich in der Lage war, etwas zu schaffen, auch in dieser Situation.“


    David Frétigné (Fra – Yamaha – 3.) - 012

    „Ehrlich, diesen dritten Platz hatte ich beim Start in Buenos Aires fast schon vor Augen. Das war meine Ambition. Ich musste mir selbst diesen Druck machen. Ich hatte mich körperlich sehr gut vorbereitet. Ich konnte ein neues Motorrad nutzen sowie die Tatsache, dass das unbekannte Terrain den Wettbewerb für alle gleich machen sollte. Und sehr bald schon konnte ich mich auf den zweiten Platz vorkämpfen, den ich fast während der ganzen Rallye behalten konnte. Das hat mich in positivem Sinne stimuliert, und ohne die technischen Probleme 4 Tage vor dem Ende, wäre ich immer noch dort. Nun ja, es ist auch so für die anderen. An einem Tage lachst du, und am nächsten weinst du. Ich war der Erste, der vor 5 Jahren mit einer 450er angekommen ist, und heute fahren 60% der Teilnehmer mit einer 450er. Ich hatte seinerzeit keinerlei Abstand, aber ich weiß jedenfalls heute, dass es viel ungefährlicher ist. Ich wäre demnach sehr froh, wenn es eine einheitliche Kategorie gäbe, dadurch könnten mehr Hersteller dazukommen. Mit dieser 450er verliere ich an Boden, wenn die Pisten weich sind. Ich hatte das Glück, zu Beginn der Strecke die harten Pisten für mich nutzen zu können. Ich bin jedenfalls vom ersten bis zum letzten Tag volles Rohr gefahren.“


    Josef Machacek (TSR – Yamaha – Sieger) - 250

    „Ich bin überglücklich, abgeschlossen und gewonnen zu haben. Das war meine 8. Dakar, und ich habe deren jetzt 7 auf dem Quad absolviert, davon 5 gewonnen. Bei dieser Ausgabe waren meine Hauptwidersacher Patronelli und Gonzalez. Gonzalez hatte ein technisches Problem, dank dessen ich mich deutlich absetzen konnte. Danach habe ich in den Dünen und kniffligen Passagen gute Arbeit geleistet. Ich werde demnächst 52 und habe vor, zu den Autos überzuwechseln. Patronelli ist 28 une hat eine tolle Zukunft vor sich.“


    Giniel De Villiers (Afs – Volkswagen – 1.) - 305

    „Im Moment ist alles noch etwas unwirklich. Echt unglaublich. Bis zur 11. Etappe war ich nur Dritter und ich wusste, dass es sehr schwer würde. Aber dann habe ich daran gedacht, was Peterhansel in Sharm El Sheikh passiert ist. Diese Rallye war wirklich hart. Wir hatten auch unser Los an Problemen. Ein paar Mal hatten wir Pech und wir haben einige kritische Situationen erlebt. Aber letztendlich haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen und hatten vor allem ein fantastisches Auto. Seit unserer Riesenenttäuschung 2007 haben wir enorme Fortschritte gemacht. Mir tut es natürlich sehr leid für Carlos (Sainz), aber ich bin erleichtert, dass es den beiden gut geht. Vor der letzten 227 km langen Wertungsprüfung habe ich zu Dirk (von Zitzewitz) gesagt, dass wir die ganze Zeit konzentriert bleiben müssen. Wir sind noch nicht einmal volles Tempo gefahren und hatten trotzdem die beste Zeit. Das werden wir heute Abend mit den Jungs und ein paar Bier feiern.“


    Mark Miller (USA – Volkswagen – 2.) - 308

    „Beim Start in Buenos Aires war der erste Platz unser Ziel, also bin ich etwas enttäuscht. Ich arbeite seit 2005 mit Volkswagen, um dieses Niveau zu erreichen. Es ist natürlich ein fantastisches Ergebnis, Zweiter zu werden, aber gleichzeitig ist da auch ein bittersüßer Beigeschmack. Es ist eine sehr persönliche Frage. Es ist äußerst frustrierend, nicht bis zum Ende kämpfen zu können, aber Giniel De Villiers ist ein Supertyp. So ist das Leben. Es ist eine Teamentscheidung und das muss ich respektieren. Bei dieser Rallye gab es Momente, die ich niemals vergessen werde. Ich bin überzeugt, dass der Sieg für mich noch möglich ist. Ich habe nichts an Motivation verloren und noch einige gute Jahre vor mir. Danach hängt es von der Entscheidung von Volkswagen ab.“


    Robby Gordon (USA – Hummer – 3.) - 309

    „Im Moment bin ich enttäuscht, frustriert. Wenn ich mir die Rallye anschaue, weiß ich, dass wir hätten gewinnen können. Aber wir haben verloren. Wir haben uns von Volkswagen schlagen lassen. Und das obwohl wir den richtigen Rhythmus gefunden hatten. In Wahrheit haben wir das Rennen auf der 8. Etappe verloren, da ist die Entscheidung gefallen. Aber ich blicke recht zuversichtlich in die Zukunft. Der Vertrag mit Hummer läuft noch ein Jahr. Uns wurde schon auf den ersten Etappen klar, dass die VW besser waren und deshalb müssen wir bei dieser Art von Strecke ansetzen, um voranzukommen. Im nächsten Jahr werden wir außerdem den Vorteil des dritten Startplatzes bei der ersten Sonderprüfung haben. Wir werden mit einem schnelleren, stärkeren Auto zurückkommen. Bei dieser Dakar hatten wir vier Reifenpannen; im nächsten Jahr dürfen wir keine einzige haben. Bei unserer Party wird es heute Abend jedenfalls wilder zugehen als bei Volkswagen.“


    Firdaus Kabirow (Rus – Kamaz – Sieger) - 506

    „Bei der letzten Etappe war ich sehr nervös, denn es gab in der Gesamtwertung nur einen geringen Abstand. Gleichzeitig aber war die Etappe leicht zu bewältigen. Man brauchte nur schnell zu fahren und zu kontrollieren. Ich wusste, dass es für mich machbar war. Bei Kamaz ist die sportliche Politik einfach: die Fahrer setzen sich auf der Strecke auseinander. Der Bessere soll gewinnen. Es gibt keine andere Politik. Ich wusste, dass ich die Dakar gewonnen habe, als ich die Ziellinie dieser letzten Etappe gesehen habe. Bei der Dakar ist es jedenfalls nicht möglich, vor dem Ende an einen Sieg zu denken. Ich war schon zwei Mal 1., drei Mal 2. und drei Mal 3. Doch dieser Sieg ist für uns sehr wichtig.“


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