Etappe 1 - Sonnabend 2. Januar 2010 | Buenos Aires (Colon) > Cordoba
- Verbindung 317 km
- Spezial 219 km
- Verbindung 84 km
Echos
Charmante Besucherinnen
Es war schon allseits bekannt, dass die Dakar jedes Jahr die Crème de la crème der Rallye Raid-Piloten vereint. Sie lockt aber auch das Beste, was es in Sachen Schönheit und Weiblichkeit zu bieten gibt! Auf dem Startpodium hatten die tschechischen Teilnehmer das Privileg, von zwei ihrer illustren Landsfrauen begrüβt zu werden. Tatiana Kucharova, Miss Welt von 2006, und Aneta Vignerova, Miss Tschechische Republik 2009, haben die Reise nach Buenos Aires angetreten, um ihre Landsleute bei der Rallye zu unterstützen. Der Biker Martin Macek hatte als Erster Anrecht auf ein Küsschen der beiden Traumfrauen, die danach noch dem bei den Autos startenden Team von Dusan Kunovsky und Libor Latinak einen Besuch abgestattet haben.
Das Podium im Fernseher
Der Zuschauerandrang lag vor Ort bei 300.000 Menschen, die zur Parade der Teilnehmer in den Straβen von Buenos Aires erschienen sind, doch die Zahl der Fernsehzuschauer, die das Geschehen am Bildschirm mitverfolgt haben, dürfte mehrere Dutzend Millionen erreicht haben. Dieses Ziel haben sich jedenfalls die argentinischen Fernsehsender gesteckt, als sie umfangreiche Mittel für die Übertragung der Podiumszeremonie zum Einsatz gebracht haben. Drei landesweite Sender, darunter Tele Pulica Canal Siete, sowie der Kontinentalsender Fox Sports haben mehr als vier Stunden Live-Übertragung angesetzt, um es den zahlreichen Motorsportfans zu ermöglichen, das Ereignis umfassend zu verfolgen. Um ein Maximum an Informationen und Bildern zu liefern, sind 12 Kameras von den beiden Rechteinhabern mobilisiert worden, um zahrleiche Interviews von Teilnehmern, Veranstaltern oder Team-Managern anzubieten. Es sind zudem zwei Bühnen aufgebaut worden, um Gäste vor dem Podium zu empfangen. Auf dem Podium haben 105 Techniker, Journalisten und Berater an der Realisierung dieses auβerordentlichen Programms teilgenommen. Mehr als zehntausend Kilometer von dort entfernt, haben die Fernsehzuschauer von Eurosport ebenfalls eine Stunde lang die ersten Radumdrehungen der Dakar-Teilnehmer miterleben können, während France Télévisions seine tägliche Ausgabe von ’Tout le sport’ dem Start der 32. Ausgabe gewidmet hat.
Emotionen auf allen Ebenen
Pablo Busin, der argentinische Rookie mit der Nummer 81, wirft einen Blick über die hinter die Schranken gepferchte Menschenmenge. Mit einem gewissen Zittern in der Stimme sagt er: "Ich weiss jetzt, dass dies ein Riesen-Event ist. Vor allem auch, dass es international ist: ich verkehre mit Japanern, Franzosen, Australiern... Und mir fällt auf, dass wir hier alle gleich sind, Amateure genau wie Profis, am Fuβe dieses Podiums." Das Anliegen der Prohens-Brüder, die bereits eine Dakar auf dem Buckel haben, ist genauso affektiv, wenn auch persönlicher: "Wir sind Brüder, und unsere beide Motorräder werden gemeinsam aufs Podium gebracht." An diesem Tag voller Farben lassen sie diejenige des Herzens sprechen. Ein wenig wie Gilles Diguiet, der französische Biker mit der Nummer 90, der voller Stolz die argentinische Fahne schwingt: "Dieses Publikum ist einzigartig. Ich möchte ihnen ein wenig zurückgeben. Es ist so bewegend!" Die Lautstärke steigt, die Fahrzeuge drängen sich. Die Präsentatorin gerät in Begeisterung: « Saludamos a Mister Dakar : Stéphane Peterhansel !!! » Vor der groβen Auseinandersetzung kommen alle Teilnehmer zusammen und tauschen sich aus. Einige stellen sogar den unmittelbaren Widersachern ihren Boliden vor. Robby Gordon zeigt Carlos Sainz seinen Hummer Carlos Sainz, der sich nach der Motoraufhängung erkundigt. Orlando Terranova erreicht diesen Grad der Entspanntheit nicht: er zieht sich ein Kaugummi nach dem anderen rein, bleibt im Wageninneren sitzen, schon ganz bei der Sache. Wenn die Emotionen sich schon langsam in Druck umwandeln...
Die Fangemeinde in Buenos Aires
Ricardo, 21 Jahre, kommt aus Aracaju in Brasilien. Von der Dakar weiss er nicht allzu viel. Auβer dass es sich um ein Rennen handelt, das zuvor in Afrika ausgetragen wurde. Aber er ist da, und schaut sich die merkwürdigen Maschinen an, die hier vorbeifahren, eine Motorsport-Klammer in seinen Ferien in Argentinien. Er muss mit den Ellbogen arbeiten auf der Avenida 9 de Julio, zu der die ganze Familie gekommen ist, um sich das groβe Spektakel der Dakar anzuschauen. Die Nunez Guerreros, zum Beispiel, hatten die Parade 2009 im Fernsehen verfolgt. Dieses Mal haben sie sich auf den Weg hierher gemacht. Liliana und José sind mit ihrer 15jährigen Tochter Agostina aus der Stadt Vicente Lopez hergekommen. Sie lieben es, die unbekannten Champions aus so vielen fernen Ländern zu sehen und mit ihnen mitzufiebern: "Wir erleben hier ein internationales Event" sagt Liliana wie jemand, der sich dieses unerwarteten Privilegs bewusst ist. "Letztes Jahr konnte ich nicht kommen" ruft etwas weiter Silvio, 37 Jahre. Das Bedauern in seiner Stimme ist echt, doch dieses Mal hat die Mobilmachung geklappt. Seine Tochter Ivana und sein Schwiersohn Emiliano sind auch da. Genau wie Francisco, sein Kumpel. Und die Ehefrauen natürlich: Karina und Norma. "Wir wollten uns die Fahrer und ihre Maschinen aus nächster Nähe anschauen. Danach verfolgen wird das Ganze am Fernseher." Der kleine Rodrigo, 12 Jahre, hat sich an der Barriere eingehakt und wartet nur auf das Eine: die blauen Autos, die letztes Jahr gewonnen haben. Sein Vater Ruben und seine groβe Schwester Florencia haben ihn begleitet. Auch im Publikum ist die Dakar eine Familienangelegenheit.


