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Etappe 14 - Sonnabend 16. Januar 2010 | San Rafael > Buenos Aires

  • Verbindung 166 km
  • Spezial 206 km
  • Verbindung 335 km

Interviews

Cyril Despres: "Viele Emotionen"

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Jeder Sieg ist schön, aber dieser ganz besonders. Ein Arbeitssieg, ein Sieg der Erfahrung, der Sieg eines unglaublichen Teams. Wir sind zu neunt, und nicht ein einziger hat das Ziel aus den Augen verloren. Alle wollten gewinnen, alle wollten kämpfen, und wir haben gewonnen. Einfach genial. Natürlich setzt das große Emotionen frei. Wir haben hart gearbeitet. Es ist nun schon drei Jahre her, seitdem wir den Rose Lake 2007 mit einem Sieg verließen. Seither gab es drei Jahre voller Misserfolge, Pannen und harten Trainings. Da geht einem ein dritter Sieg verständlicherweise sehr nahe. Schließlich bin ich auch nur ein Mensch, selbst wenn ich die Maschine zwei Wochen lang hart am Limit gefahren bin und viel Kraft gelassen habe. Die restliche Kraft ist jetzt in Freudentränen aufgegangen. KTM hat wesentlichen Anteil an diesem Erfolg. Man hat uns Vertrauen geschenkt. Wir haben jeden einzeln ausgewählt. Seit vielen Monaten arbeiten wir rund um die Uhr. Es ist wohl klar, dass ich niemals Versagensängste hatte. Ich wollte lediglich gewinnen. Und mein Siegeshunger war allemal stärker als die Versagensangst. Das war eine harte aber schöne Dakar, und ich freue mich riesig über den Gesamtsieg.


Pal-Anders Ullevalseter: "Mehrere Wochen lang feiern"

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Ich erinnerte mich an diese Etappe aus dem Vorjahr, und in Gedanken war ich immer bei meinem Hinterrad, dem Reifen. Anfangs war ich vorsichtig, nie schneller als 150 Km/h. Und nach 100 Kilometern habe ich dann Vollgas gegeben. Ich wollte es zu Ende bringen. Ich habe mein Glück in beide Hände genommen und Wow, das ist super. Chaleco Lopez hatte einen Rückstand von vier Minuten (in der Gesamtwertung), doch ging er heute sechs Minuten nach mir auf die Strecke. Deshalb hatte ich keine Ahnung von seinen Zeiten und keine Kontrollmöglichkeit. Für mich war es also eine ganz lange Etappe. Der zweite Platz in der Gesamtwertung ist mehr, als ich erhofft hätte. Ich habe davon geträumt, und jetzt ist es Wirklichkeit. Bei dieser Rallye Dakar habe ich nur schöne Momente erlebt. Kein Problem, kein Unfall, die Maschine lief wie geschmiert. Ich bin vielleicht nicht der schnellste Pilot, habe dafür aber jede Menge Erfahrung. Das ist meine achte Teilnahme. Ich kann gut navigieren, kenne mich in technischen Fragen aus und bin viel lockerer, darauf kommt es an. Nach meinem ersten Etappensieg gestern habe ich an zwei Tagen wirklich einiges erlebt. Ein toller Moment. Ich werde mehrere Wochen lang feiern. Seit 25 Jahren arbeite ich auf diesen Moment hin.


Francisco Lopez: "Drei Piloten auf dem Podium, und ich gehöre dazu!"

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Als Pilot kann ich mit dieser Dakar nur zufrieden sein. Das ganze Jahr lang habe ich gearbeitet, um ein gutes Ergebnis zustande zu bekommen. Bei dieser Auflage standen hervorragende Piloten in den Startlöchern wie Marc (Coma) oder David (Casteu). Aber so ist das Rennen nun mal: Einige bleiben auf der Strecke. Andere haben mechanische Probleme: die reifen oder wie bei mir die Kette. Eine Rallye Dakar bedeutet all das und schlussendlich eine Summe vieler Einzelheiten. Unter dem Strich stehen drei Fahrer auf dem Podium, und ich bin einer von ihnen! Pal (Anders Ullevalseter) und ich haben uns einen Wahnsinnskampf geliefert. Und dann habe ich entschieden, die Ruhe zu bewahren, weil man sich über einen dritten Rang wohl kaum beklagen kann. Natürlich ist Platz zwei eine noch schönere Belohnung. Doch was bringt es, auf Biegen und Brechen Platz zwei erobern zu wollen und dann vielleicht den Podiumsplatz zu verlieren! Gestern Abend haben wir auch beschlossen, die Maschine und die Reifen zu schonen…Dieser Platz auf dem Treppchen ist ein Sieg für meine ganze Familie, meine Freunde und alle Chilenen, die mich immer unterstützt haben. Ich danke vor allem meiner Familie. Eines Tages habe ich zu ihnen gesagt: ‘Ich möchte nicht studieren, sondern Motorrad fahren. Und ihre Antwort war: Worauf wartest! Das ist deine Leidenschaft’. Und das ist das Ergebnis: Ein Podestplatz bei der Rallye Dakar, ich habe eine Titelbilanz, eine Karriere! Ich sage, was ich tief in meinem Innern denke: Ich habe eine fantastische Entscheidung getroffen durch den Einstieg bei Aprilia. Alle sagten mir, ich würde es niemals bis ins Ziel schaffen mit einem neuen Motorrad. Mit einer kurzen Vorbereitungszeit von nur drei Monaten werde ich Dritter! Allerdings haben im Team auch alle mitgezogen. Zwischen Chilenen und Italienern hat die Chemie auf Anhieb gestimmt. Im nächsten Jahr, da bin ich mir sicher, werden wir ein noch konkurrenzfähigeres Motorrad haben.


Ruben Faria: "Dieser Tagessieg ist ein Geschenk"

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Ich bin überglücklich. Ich bin bei der Dakar an den Start gegangen, um Cyril Despres zum Sieg zu verhelfen. Gestern Abend habe ich ihm spaßeshalber gesagt, dass ich eine Minute von Platz elf entfernt bin, und er meinte nur zu mir, ‘morgen kannst du schneller fahren und versuchen, noch auf Platz elf zu kommen’. Genau das habe ich heute getan und dadurch eine Etappe gewonnen. Ich bin total aus dem Häuschen. Ich freue mich vor allem, dass Cyril die Dakar gewonnen hat. Dieser Tagessieg ist ein Geschenk, das Cyril mir gemacht hat, aber das Ziel war der Gesamtsieg für ihn.


David Frétigné: "Kann kaum 2011 abwarten"

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Vor der letzten Wertungsprüfung lagen im Kampf um Platz fünf nur drei Minuten zwischen Alain Duclos und mir. Mir war klar, dass die letzte Etappe nur eine lange Gerade von 200 Kilometern sein würde, habe ich mir ganz ehrlich gestern Abend so einiges an Sorgen gemacht. Wir haben mit den Mechanikern sehr viel an der Maschine gearbeitet. Heute war die Yamaha 450ccm wirklich sehr schnell. Ich bin mit 160 Km/h gefahren, obschon ich mich seit Rallye-Beginn ein wenig beschwerte. Und es hat sich ausgezahlt. Das ist eine gute Wertungsprüfung. Das Ziel Platz drei bleibt unerreicht, aber unter dem Strich belege ich Rang fünf, und das obwohl ich wegen eines Defektes über 1h45 in den Dünen ausharren musste. Auf mehr konnte ich nicht hoffen. Ich habe Etappen gewonnen und habe während der ganzen Rallye konstante Leistungen gezeigt. Ich habe bewiesen, dass ich das Zeug zum Sieg habe. Im nächsten Jahr werden wir alle mit 450er Maschinen fahren. Ich kann kaum 2011 abwarten, damit sich alle mit gleichen Maschinen messen können. Es sind ziemlich viele neue Marken zur Rallye Dakar gekommen. Eine echte Rundumerneuerung. Das ist gut. Ein echter Neubeginn für den ganzen Wettbewerb.


Marcos Patronelli: "Mehr als ein Traum"

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Eines ist klar: Selbst in meinen Träumen hätte ich mir das nicht ausgemalt. Es ist schon unglaublich, dass zwei Brüder in der Endabrechnung die ersten beiden Plätze belegen! Diese Rallye Dakar war sehr hart. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich möchte mich nur beim ganzen Team bedanken. Wir sind eine Familie, die vorankommt und unternehmungslustig ist. Ich freue mich auch für meinen Bruder: Es ist seine erste Dakar-Teilnahem, und er wird auf Anhieb Zweiter! Er hat allen Grund, stolz zu sein. Das Schwierigste bei dieser Dakar-Ausgabe waren wirklich die Etappen, die wir im nördlichen Landesteil von Chile erlebt haben. Antofagasta – Copiapo, Iquique – Antofagasta. Die schienen endlos zu sein, und es war kompliziert. Auch das Navigieren war kein Zuckerschlecken. Man musste hochkonzentriert sein mit all diesen Way Points. Ich bin überglücklich und halte es für einen historischen Moment, dass zwei Brüder am Ende die Spitzenplätze belegen. Wir werden es gebührend feiern.


Carlos Sainz: "Habe alles gegeben"

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Ein ganz besonders wichtiger Tag für mich. Ich habe in Europa in Spanien gewonnen und jetzt gewinne ich die Rallye Dakar. Ich bin wirklich zufrieden und erleichtert. Zunächst möchte ich Lucas Cruz, meinem Co-Piloten, für seine wunderbare Arbeit und dem Team sowie allen Menschen danken, die immer auf mich vertraut haben. Es hat nicht das geringste Problem am Auto gegeben. Die Karosserie ist unversehrt. Wir haben eine rasante, aber sehr intelligente Dakar hingelegt. Das war tagtäglich ein harter Kampf mit meinem Teamkollegen. Ich wusste, dass es so laufen würde. Ich habe alles gegeben. Heute war es abermals eine ultraschnelle Etappe. Man durfte keinen Fehler begehen. Geradeaus, kreuzen, geradeaus, kreuzen. Man musste alles unter Kontrolle haben. Und sich unter Kontrolle haben. Aber seit einer Woche ist das schon so!


Nasser Al-Attiyah: "Im nächsten Jahr werde ich gewinnen"

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Es geht. Ich bin eher zufrieden. Der zweite Platz ist ein gutes Ergebnis für mich. Solch ein Kunststück ist mir noch nie gelungen. Heute Morgen habe ich attackiert, aber uns war klar, dass diese Etappe eine einzige Gerade sein würde. Ich freue mich sehr über den Etappensieg. Ich habe nichts unversucht gelassen, aber was soll’s… es überwiegt ein Glücksgefühl. Wir haben eine super Dakar hinbekommen, ohne Fehler, ohne Zwischenfälle mit dem Auto. Alles hat wie am Schnürchen geklappt: Team, Co-Pilot, Auto. Wir beenden die Rallye Dakar mit drei Volkswagen auf dem Treppchen. Bravo Carlos Sainz. Hauptsache ein VW hat gewonnen. Ich freue mich für Carlos. Er hat seine Hausaufgaben gemacht, ich meine. Im nächsten Jahr werde ich gewinnen. Natürlich werde ich Carlos die Hand reichen, er ist ein Mitglied unseres Teams.


Mark Miller: "Freue mich sehr für Sainz"

Zunächst einmal bin ich froh, die Rallye Dakar beendet zu haben. Das waren zwei lange Wochen. Ich denke, dass wir im Team gute Arbeit geleistet haben. Ich freue mich sehr für Carlos Sainz. Seit fünf Jahren arbeiten wir schon zusammen. Er ist ein super Teamgefährte. Er hat mir sehr geholfen und immer viel für das Team gegeben. Davor kann man nur den Hut ziehen. Für mich gab es nur schöne Augenblicke, einige besser als andere. Für mich persönlich war der beste Moment nicht unbedingt mein Etappensieg gewesen, sondern die Wertungsprüfung von La Serena. Auf halber Strecke lag ich vorne, doch dann habe ich Zeit hinter Chicherit verloren. Trotzdem war ich sehr zufrieden, denn seit vielen Jahren habe ich auf den WRC-artigen Etappen stark gelitten und jetzt war ich auf der Höhe. Sicherlich eine bereichernde Erfahrung für das nächste Jahr. Der Kampf um Platz eins hat mir sehr gefallen. Seitdem Nasser in unserem Team ist, hat er uns viel gebracht. Die Messlatte liegt höher. Alle haben ihr Niveau verbessert.


Stéphane Peterhansel: "Großes Potenzial"

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Von unserer Seite aus hatten wir nicht mehr viel zu erwarten, doch gab es diese Anspannung, um das Fernduell zwischen Carlos Sainz und Nasser Al Attiyah nicht zu stören. Wir mussten also schnell fahren, um sie nicht mit unserem Staub zu beeinträchtigen, aber auch nicht zu schnell, um keine Risiken einzugehen. Meine Eindrücke sind gemischt, da in den zwei Wochen zu sehen war, dass wir das Zeug haben, um mit den Spitzenwagen mitzuhalten und im Titelkampf einzugreifen. Und ein mechanisches Problem hat uns mehr als zwei Stunden zurückgeworfen, und in etwa diese Zeit trennt uns von den Siegern. Das Auto ist sehr leistungsstark, und wir sind zufrieden mit der Arbeit, die das ganze Jahr lang mit dem X3 gemacht wurde: Das ist viel versprechend. Uns fehlte vielleicht etwas Zeit, da wir erst seit acht Monaten im Team sind. Wenn wir unter den gleichen Bedingungen im nächsten Jahr mit dem gleichen Team wieder an den Start gehen, werden unsere Siegambitionen noch größer sein.


Guerlain Chicherit: "Ich wollte unbedingt einen Etappensieg"

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Wir kannten diese Wertungsprüfung, da wir sie im letzten Jahr in umgekehrter Richtung gefahren sind, aber in diesem Jahr war sie etwas Besonderes. Ich hatte nicht wirklich Druck, da ich in Bezug auf meine Geschwindigkeit eher zuversichtlich war. Mir war klar, dass ich das Tempo halten könnte, ohne das Titelduell zwischen Carlos und Nasser zu stören und ohne Risiken in Kauf zu nehmen. Natürlich wollte ich am letzten Tag keine Dummheiten machen, ansonsten wäre das Team wohl sauer auf mich gewesen. Also bin ich schnell losgefahren in dem Wissen, dass sie mich nicht einholen würden. Ich verlasse die Rallye Dakar mit einem Etappensieg im Gepäck, und es stimmt, dass ich den unbedingt haben wollte. Mehrmals war ich nicht weit davon entfernt bei Wertungsprüfungen, bei denen ich wegen Problemen mit der Elektrik nicht bis zum Schluss an der Spitze blieb. Jetzt haben wir gezeigt, dass der Wagen schnell ist, und dass ich schnell genug bin, um mit den Besten mitzuhalten. Ich muss nur während der ganzen Rallye noch konstanter auftreten und mich auch in einer oder zwei Geländearten verbessern. Ich weiß, dass die Schnelligkeit, die ich hinzugewonnen habe, vor allem ein Tempo ist, das ich ohne Risiko halten kann, was letztes Jahr nicht der Fall war. Jetzt kann ich eine Wertungsprüfung über 600 Kilometer lang im schnellsten Tempo zurücklegen, ohne mich in Gefahr zu bringen.


Wladimir Chagin: "Ein fantastisches Ergebnis für Kamaz"

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Das ist der neunte Erfolg für unser Team. Nur wenige Rennställe können solch eine Titelbilanz vorweisen. Das sind die Früchte der Arbeit eines ganzen Jahres, mehrerer Jahre. Im letzten Jahr war es mit dem Sieg von Firdaus gut, und jetzt ein großer Erfolg für uns. Ein fantastisches Ergebnis für Kamaz. Unser Team ist bärenstark. Ich glaube, dass unser Siegeshunger größer ist als der von anderen Teams.